Am 13.03.2026 erreichte uns die Information, dass unser Vereinskonto bei der Deutschen Skatbank mit Frist zum 11.05.2026 gekündigt ist.
Die Deutsche Skatbank, eine Tochter der Volksbanken Raiffeisenbanken, kündigt uns entsprechend ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) fristgerecht ohne Angabe von Gründen. Wir haben die Bank um eine detailliertere Stellungnahme gebeten und schriftlichen Widerspruch gegen die Kündigung eingelegt. In einer Antwort wurde darauf hingewiesen, dass eine Kündigung ohne Angabe von Gründen möglich sei und auf „bankinterne Gründe“ verwiesen. Wir waren als Verein seit Jahren Kunde der Skatbank, nie gab es Probleme.
Aus unserer Sicht ist somit davon auszugehen, dass diese Kündigung politisch motiviert ist. Solange wir als Verein hier keine korrigierende Stellungnahme von dem Finanzinstitut erhalten, werden wir sie als Akt der laufenden Debanking-Kampagne gegen linke Organisationen ansehen.
Das Entziehen des Kontos ist ein direkter Angriff auf unsere jahrzehntelange antifaschistische Arbeit und zielt darauf ab, uns handlungsunfähig zu machen. Auch wenn sich die Deutsche Skatbank durch ihre AGBs hier eine Hintertür offengelassen hat, verurteilen wir diese aktive Behinderung zivilgesellschaftlichen Engagements durch die Bank.
Die Entziehung des Kontos ist leider kein Einzelfall und unter dem Begriff Debanking bekannt. Die Kündigung unseres Kontos reiht sich ein in ähnliche Angriffe auf politische Organisationen in Deutschland wie sie seit November 2025 üblich sind. Debanking traf bereits den Roten Hilfe e.V., die DKP, das Anarchist Black Cross Dresden, sowie auch verschiedene Gliederungen des Landesverbands der VVN-BdA Berlin.
Wir erklären uns solidarisch mit allen betroffenen linken zivilgesellschaftlichen Organisationen und rufen auf zum Widerstand gegen diese fortschreitende Praxis grundlagenzerstörender Angriffe auf unsere Strukturen und Netzwerke!
In der Kampagne „Debanking Stoppen“ fanden sich betroffene Gruppen und Vereine sowie Unterstützer:innen zusammen und bauen politischen Druck unter anderem durch Öffentlichkeitsarbeit auf.
Das Vorgehen von Banken und Behörden und der Unwille oder die augenfällige Machtlosigkeit der Politik zeigt ein weiteres Mal, was wir schon länger wissen:
Wer gegen Nazis und für eine bessere Welt für alle kämpft, kann sich nicht auf den Staat und seine Institutionen verlassen. Die Drecksarbeit ist auf breite Schultern verteilt.
Dagegen hilft uns nur breite Solidarität!
Uns war es inzwischen möglich ein neues Konto bei der Sparkasse Leipzig zu eröffnen. Der Umzug unseres Kontos wird uns erfahrungsgemäß leider einige Mitglieder kosten.
Ihr könnt uns unterstützen:
– Werdet Mitglied im VVN-BdA Leipzig e.V. und unterstützt uns durch eure Mitgliedsbeiträge
– Bringt euch aktiv in die Vereinsarbeit ein. (wenn ihr nicht wisst wie, schreibt uns gerne an)
– Lasst die Skatbank wissen, dass ihr Vorgehen ein Skandal ist.
– gründet antifaschistische Finanzinstitute, als antifaschistischer Selbstschutz



Im Rahmen unserer Mitgliederversammlung am 15.11.2025 wurde eine Broschüre über das Leben unseres Mitglieds Maja Günther veröffentlicht.




Dr. Margarete Blank war seit 1930 in Panitzsch als niedergelassene Ärtztin tätig und bezog zusammen mit ihrer Schwester Elenore zwei Zimmer in einem kleinen Haus in der Sehliser Str. , eines als Wohnraum eines als Praxis. Das ausgezeichnete Fachwissen, die Wärme und das Verständnis der jungen Ärztin für die Nöte und Sorgen der Menschen, die Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft der Schwestern, ließen sie sehr schnell Achtung und Vertrauen finden. Bald gewannen sie Freunde im Ort. Immer öfter wurde sie auch zu Patienten in den Nachbarorten gerufen. Selbst in Taucha war sie geschätzt und geachtet, trotz mehrerer dort ansässiger Ärzte. Später sah sich selbst die faschistische Justiz zu dem Eingeständnis gezwungen, daß „Margarete Blank eine anerkannte tüchtige Ärztin“ war.

Walter Heise kam am 08.08.1899 als Sohn eines Schlossers in Aschersleben zur Welt. Nach seinem Schulabschluss machte er eine Lehre als kaufmännischer Angestellter und trat 1917 in die SPD ein. Während des Ersten Weltkrieges verlor er beide Brüder an der Front, was ihn auch zum Parteieintritt ermutigte. 1924 zog Heise nach Leipzig um, wo er 1926 die kommunistisch geprägte Klara Burgdorff heiratete und mit ihr 1927 einen Sohn Namens Günther bekam. Durch den Kontakt mit Klaras Familie trat Heise 1931 in die KPD ein und wurde dort zum aktiven Mitglied. Aufgrund häufiger Arbeitslosigkeit engagierte sich Heise stark in der Erwerbslosenbewegung und leitete ab 1932 die Demonstrationen der Arbeitslosen in der Leipziger Innenstadt.
Nach seiner Entlassung wurde er als „wehrunwürdig“ eingestuft und stand unter ständiger Polizeiaufsicht. Bis 1942 fand er nur gelegentlich Arbeit und wurde schließlich Lohnbuchhalter in der Feuerungs- und Trocknungsanlage Fränkel & Viebahn in Holzhausen. Auch innerhalb dieser Firma setzte er seine antifaschistische Arbeit fort und wurde schließlich durch einen Gestapoinformanten wegen des Abwerfens eines Flugblattes und Antikriegsäußerungen gegenüber Arbeitskollegen denunziert. In Folge dessen wurde er am 15.08.1944 erneut verhaftet und wegen „Wehrkraftzersetzung“ am 15.12.1944 am Volksgerichtshof Dresden zum Tode verurteilt. Seine Frau Klara erhielt Walter Heises Abschiedsbrief erst am 07.03.1945 und musste zusätzlich den Verlust ihres Sohnes verkraften, der am 06.02.1945 zwei Wochen vor seinem Vater im Alter von 18 Jahren an der Front fiel.